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Aichwald ist immer eine feste Größe
im Rennkalender. Ein Garant für gute Stimmung, perfekte Organisation
und Top-Racing. Wie auch im letzten Jahr brannte auch in diesem
Jahr die Sonne und erfreute mit - jedenfalls für die Zuschauer
- idealen Bedingungen. Aichwald ist nun auch bekannt für seine
prominenten Starter aus dem Grandprix, so hatten Smets, Gundersen
und McFarlane ihr Kommen angekündigt, um den DMX-Dauerstartern
das Leben schwer zu machen. DieWeichen waren also gestellt für
ein perfektes Rennwochenende. Aber doch war Nichts mehr wie zuvor...
(Text & Fotos: Christian
Tünnemann und Silke Rinder)
Nach
dem ersten Lauf zur DMX 2003 in Reutlingen waren die Favoriten bereits
vorsortiert und Bernd Eckenbach ging nach zwei Laufsiegen in Reutlingen
als Gesamtführender ins Rennen. Die Qualifikation brachte keine
großen Überraschungen: Josef Dobes der Shooting Star
dieser DMX ließ bereits aufhorchen. Auch von Johnny Aubert
erwartete man heute eine Revanche und den Angriff auf die Spitze.
Collin Dugmore war wieder mit von der Partie und wollte versuchen
trotz "Hand"-icap einige Punkte zu ergattern. Klarer Favorit
für den Tagessieg war natürlich der Belgier Joel Smets,
amtierender (in dieser Saison ungeschlagener) WM-Führender
der 650er Klasse und auch von Kenneth Gundersen und Andrew McFarlane
erwartet man vordere Ränge, jedoch spielen diese natürlich
als Einmalstarter in der Meisterschaft keine Rolle.
Aber seit Pit Beirer im Juni beim GP in Bulgarien schwer gestürtzt
war und die Diagnose Querschnittslähmung feststand ist die
Motocross-Welt nicht mehr die Selbe. Ein Telefoninterview war angekündigt,
in dem Pit das erste Mal zu seinen Fans sprechen wollte, die Ihn
hier in so vielen Jahren als Publikumsliebling gefeiert hatten.
KTM hatte in einem Zelt Pits Maschine aufgestellt und sammelte Genesungswünsche.
Die Tatsache, das "Pitbull" nie wieder an den Start gehen
wird machte allen zu schaffen, das spürte man.
Ein
besonderes Highlight ist die Start- und Zielgerade in Aichwald und
bereits im ersten Lauf zeigte Bernd Eckenbach, daß er sich
hinter der Prominenz nicht verstecken mußte: Er entpuppte
sich als wahre Holeshot-Maschine und bog in allen (!) drei Läufen
als erster um die Kurve. Collin Dugmore fuhr in den ersten Runden,
wie auch anfangs in Reutlingen ein bravouröses Rennen, als
wäre er nie verletzt gewesen und ging sogar kurze Zeit in Führung!
Schliesslich darf man nicht vergessen, das Dugmore noch 2001 DMX
Gesamtsieger war! Bald zeigte Smets jedoch seine Fähigkeiten
und übernahm die Führung. Dugmore schien bald schon erhebliche
Probleme zu haben, mußte sich zurückfallen lassen und
gab schließlich auf. Auch Eckenbach fiel hinter Mc Farlane
und einen sehr schnellen Aubert zurück, der sich damit seinen
Platz auf dem Podium sicherte.
Gegen
13:30 meldete sich dann Pit Beier via Telefon aus der Reha-Klinik
in Murnau zu Wort. Auf einen Schlag herrschte gespenstische Stille
auf dem Areal und alle lauschten gebannt. Es läßt sich
kaum beschreiben, aber man merkte in diesem Moment was Pit allen
hier bedeutet. Pit Beirer lebte Motocross, wie soll nun Motocross
ohne ihn leben? Eine Lücke ist gerissen in den deutschen Motocross-Sport,
die sich nicht füllen läßt und wir alle können
es kaum erwarten, bis Pit wieder zurückkehrt an die Strecke
und seinen Sport weiter vorantreibt. Hörbar beeindruckt vom
Jubel der tausenden von Fans kündigte er sein Kommen im nächsten
Jahr an. Versprochen.
Schlag
auf Schlag ging es im zweiten Lauf: Eckenbach lag nach bravourösem
Start zunächst in Führung. Jedoch konnte er auch diesmal
Smets nur wenig entgegensetzen. Auch Josef Dobes lief zur Höchstform
auf, nachdem er im 1. Lauf die falschen Reifen montiert hatte und
fuhr auf einen ausgezeichneten vierten Rang. Es siegte letztlich
Smets vor Andrew McFarlane, Eckenbach und Dobes.
Der dritte Lauf wurde ebenfalls nach erneutem Top-Start von Eckenbach
eine klare Sache zu Gunsten Joel Smets, der seiner Verpflichtung
mehr als gerecht wurde. Kenneth Gundersen fuhr auf Rang 2 und Eckenbach
wurde wiederum Dritter.
Bernd
Eckenbach beeindruckte abermals durch seinen ruhigen, sicheren Fahrstil
und erlaubte sich keinen Fahrfehler. Ganz klar: Er will die DMX-Krone
und arbeitet hart für dieses Ziel. Man merkt ihm seine Profesionalität
und Konzentration an und hat das Gefühl das er sich durch nichts
und Niemand aufhalten läßt. Somit konnte er sich den
dritten Rang in der Tageswertung sichern und seine DMX Führung
weiter ausbauen. Nicht so glücklich war Johnny Aubert mit seinem
Wochenende: Im zweiten Lauf verlor er den Tankdeckel und mußte
ausscheiden. Im dritten Lauf brach er sich dann den Mittelhandknochen
und den kleinen Finger und hat nun eine mehrwöchige Zwangspause
vor sich, die aber vorrausichtlich bis zum nächsten Lauf in
Rudersberg beendet sein dürfte.
Links:
Offizielle DMX Website www.igm-dmx.de
Website des Veranstalters www.motocross-aichwald.de
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