Kiss of death by mike jones
Zum 20. Mal bereits gastierte das ADAC Super-Cross in der Dortmunder Westfahlenhalle . Vor ausverkaufter Halle und bei gigantischer Stimmung sollte nicht nur ein spannender Rennverlauf geboten werden. Auch ein Kurzfilm über die Anfänge und Entwicklung des Supercross stand auf dem Programm. Unterlegt von dem Titel "Dreamer" von Ossy Osbourne ging diese Darbietung jedem Motocross-Fan unter die Haut...

(Bericht & Fotos Silke Rinder) Ein besonderes Highlight hatten sich die Veranstalter für den Beginn einfallen lassen: Die Strecke wurde von den großen ehemaligen Gewinnern in Dortmund vorgeführt: Warren Edwards, "Mad" Mike Jones und Bernd Eckenbach. Diese drei Fahren belegen die Plätze 1-3 der Bestenliste der letzten 20 Jahre in Dortmund.

Doch auch dieses Wochenende forderte seine Opfer: Der deutsche Favorit auf einen Podiumsplatz in der Gesamtwertung in der 250-er Klasse Andreas Boller hat sich am Freitag im Training die Speiche gebrochen und scheidet somit für die weiteren Läufe aus. Neben Letellier, der sich in München verletzte, ist das nun schon der zweite Topfahrer der beim Kampf ums Treppchen ausscheidet.

action: johnny aubetDadurch eröffnen sich neue Chancen für Metcalfe, Vialle und Aubert, welche nur durch wenige Punkte voneinander getrennt sind. Beim Kampf um Platz drei bleibt es also weiterhin spannend und die endgültige Entscheidung wird wahrscheinlich erst am letzten Tag in Kiel fallen. Auch in Sachen FMX gaben die Fahrer Vollgas: Auch der Backflip Versuch des FMX-lers Tommy Fortyn am Freitag endete mit einem Sturz, bei dem er sich aber glücklicherweise nicht ernsthaft verletzte.

Bernd Eckenbach am StartSamstag, 11.01: 250-er Klasse

Den Sieg in den drei Vorläufen sicherten sich souverän die jeweiligen Favoriten Casey Johnson, Frederic Vialle und Johnny Aubert. Jerome Heremy und Jason Higgs lieferten sich nach einem Sturz im Vorlauf anschließend tatsächlich eine Schlägerei im Fahrerlager. Die Jury reagierte sofort und disqualifizierte die beiden Schläger mit einer zusätzlichen Geldbuße von jeweils 250 Euro.

Vincent Turpin und Regis Olivera bewiesen dann Im Hoffnungslauf ihr Können und qualifizierten sich somit für das Halbfinale. Während das erste Halbfinale ohne größere Zwischenfälle und Überraschungen zu Ende ging(Shane Metcalfe vor Frederic Vialle und Casey Johnson), war im zweiten Halbfinale der Wurm drin. Bombenstart für Johnny Aubert der sofort in Führung ging doch der Traum von einem Sieg für den Franzosen war von kurzer Dauer. Nach einer Runde wurde das Rennen wegen Fehlstart abgebrochen. Einige Startgatter hatten sich nicht gelöst.

Freestyle: Fabian Bauersachs und Mike JonesVöllig richtige Entscheidung von der Jury aber trotzdem bitter für den bis dahin führenden Johnny Aubert, der alles andere als glücklich über die ungebetene Unterbrechen des Rennens schien. Schließlich hat er noch alle Chancen auf einen Podiumsplatz in der Gesamtwertung und das für ihn schlechte Ergebnis des gestrigen Abends steckte ihm noch in den Knochen.
Der Start wurde also wiederholt und wie das Schicksal so spielt, ließ sich nun nach einem Frühstart seinerseits das Startgatter von Johnny Aubert nicht mehr lösen. Somit ging er als letzter ins Rennen. Doch der talentierte Franzose gab nicht so leicht auf und kämpfte sich in einem technisch hervorragenden Rennen und einigen exakt herausgefahrenen Blockpasses bis auf Platz drei vor. Herausragende Leistung des jungen Auberts. Heute wollte er es wissen. Erster in diesem Halbfinale wurde Regis Olivera gefolgt von William Poll.

Podium250erIm Hoffnungslauf konnten sich dann noch Michael Brandes und David Oettel fürs Finale qualifizieren Daniel Siegel belegte den unglücklichen dritten Platz und war somit draußen. Im Finale zeigte Aubert erneut, was er drauf hat und arbeitete sich erneut von Platz sieben nach dem Start auf Platz zwei und damit aufs Podium vor. Casey Johnson schien schon wieder auf und davon zu einem erneuten Sieg als er vier Runden vor Schluß stürzte und das Rennen aufgab. Michael Brandes sicherte sich das Siegertreppchen, Olivera kam auf Platz drei und Vialle auf vier.

In der Gesamtwertung mußte Johnson durch sein aus im Finale seine Führung an Dehaan abgeben.

Podium der 125er125-er Klasse

Der große Pechvogel am heutigen Abend war Lukas Weis. Gleich zu Beginn des 1.Laufs stürzte er und konnte sich nur noch auf Platz fünf vorarbeiten. Im 2.Lauf lag Lukas fünf Runden vor Schluß auf Platz drei bevor er erneut stürzte und die Chancen aufs Podium verlor.

Rui Concalves zeigte sich wieder mal souverän, ließ nichts anbrennen und baute seine Führung im Gesamtklassement weiter aus. Sein stärkster Konkurrent Antoine Meo kann ihn nicht mehr gefährden, da dieser in Stuttgart und Braunschweig nicht mitgefahren ist. Dennoch lieferte er dem Portugiesen einen harten Kampf und verwies ihn beide Male auf Platz zwei. Lukas Weis, der einen tollen Auftakt in Stuttgart hatte, muß nun um seinen 2.Platz in der Gesamtwertung kämpfen. Coulon, Mannevy und auch Meo sind ihm auf den Fersen.

guess why they call call him Mad Mike Freestyle

Der Star des Abends war der Godfather of Freestyle Mad Mike Jones. Betont locker und wie immer gut gelaunt war er für alle Späße zu haben. Und wie nicht anders erwartet schaffte er es auch diesmal, die Halle zum Beben zu bringen. Wenn er sich in die Lüfte schwingt und seinen legendären "kiss of death" springt, bleibt einem einfach der Mund offen stehen. Aber auch seine Mitkonkurrenten Gary Tylor, Fabian Bauernsachs. Busty Wolter hatten einiges zu bieten. Die größte Attraktion war der Fünferzug: kiss of death, bar hop, lazy boy, cliffhanger, whip, superman seat grap, can- can & heelclicker wechselten sich ab - das Publikum war begeistert.

Yamaha auf dem VormarschFinally...

Der große Sieger beim diesjährigen SX-Cup ist das Team Yamaha-Kurz-Casola. Wenn sich nichts dramatisches mehr ereignet stellt das Team sowohl in der 250-er als auch in der 125-er Klasse den Gesamtsieger. Rui Goncalves, der junge Portugiese ist nicht mehr einzuholen und auch Casey Johnson wird sich aller Vorraussicht nach den Sieg nicht mehr nehmen lassen.
Mit Johnny Aubert könnte sogar noch ein weitere Pilot des Rennstalls einen Podiumsplatz in der Gesamtwertung herausfahren. Und daß der talentierte Franzose kämpfen kann und technisch einiges drauf hat, hat er heute erneut bewiesen. Man darf gespannt sein!