 
Am ersten Tag in Stuttgart habe ich einen Lauf gewonnen und bin einmal
dritter geworden. Am zweiten Tag dann war ich einmal Zweiter und einmal
Dritter. War nicht ganz so, wie ich es mir eigentlich erhofft habe.
Im letzten Jahr hab ich ja insgesamt gewonnen in Stuttgart, dieses Mal
hab ich zwar auch hinterher die Gesamtführung übernommen aber
auch nur weil der Belgier nicht mit in die Wertung eingegangen ist.
Die Strecke war einwandfrei, die hat mir super gut gefallen! Die Beschaffenheit
des etwas klebrigen Bodens in Stuttgart liegt mir relativ gut, damit
kommen viele andere nicht ganz so gut zurecht.

Oje
Chemnitz! Chemnitz war nicht so toll. Von den Platzierungen her etwas
enttäuschend für mich, mit einem vierten und dritten Platz.
Aber das lag an den Streckenverhältnissen: Es war relativ rutschig,
zwar hart, aber auch rutschig durch diesen eher lockeren Tennisplatzboden
mit dem roten Sand. Da war es sehr schwierig für mich mit der Zweitakter
gegen die ganzen Viertakter. Wenn der Boden so rutschig ist, ist es
viel einfacher mit einer Viertakter zu fahren. Von daher muss ich sagen,
bin ich eigentlich ganz zufrieden wie es gelaufen ist. Hätte natürlich
besser laufen können!
Ich wäre schon mal gerne an einem der zwei Tage im Superfinale
gestartet. Dafür hätte ich aber Zweiter werden müssen
und das hat leider nicht geklappt. Aber im großen und ganzen bin
ich eigentlich doch zufrieden. Ich bin ja auch am Freitag beim Training
gleich in der ersten Runde gestürzt - an einem Doppelsprung zu
kurz gesprungen - und hab mir die Kapsel am Zeigefinger kaputt gemacht.
Von daher ging es eigentlich echt recht gut und ich bin froh, dass ich
mich nicht schwerer verletzt habe.
Dadurch, dass es ja nicht mit in die Wertung vom SX-Cup reinzählt,
war es auch nicht so tragisch...

Die Stimmung unter den Fahrern war sehr getrübt, hauptsächlich
aufgrund des Bodens, weil es doch relativ schwierig und auch gefährlich
war. Die Strecke war vom Verlauf her eigentlich schön und mit einer
anderen Erde wäre sie auch schön zu fahren gewesen. Die Fahrer
waren schon alle eher down von der Stimmung her. Jeder hat geschimpft,
man denkt in so einer Situation halt immer, warum muss alles so schwierig
sein, wenn's doch auch einfacher gehen würde. Der Start war auch
nicht gerade einfach: Es ging ziemlich eng ins Waschbrett rein und dann
gleich durch einen Anleger, wo eine Riesen-Stufe drin war. Also auch
das war nicht gerade ideal.... Aber als Fahrer muss man sich fügen
und auf jeder Strecke fahren und das Beste raus holen!

Kiel (lacht), wie jedes Jahr: Der Boden sehr weich und tiefe Spurrillen.
Das hat mir nicht so gut gefallen. Der Boden ist schwer und die Strecke
sehr eng. Vom Verlauf her hat sie mir dieses Jahr aber ganz gut gefallen.
Dementsprechend auch die Platzierungen. Ich hab mich da
ein bisschen verrückt gemacht mit den Starts. Ich hab mich selber
viel zu sehr unter Druck gesetzt und dann prompt schlechte Starts gehabt.
Und es war dann eben relativ schwierig auf dieser kleinen und engen
Strecke zu überholen um wieder nach vorne zu kommen. Ich bin dann
aber doch noch Dritter und Zweiter geworden. Wobei ich mich schon geärgert
habe, weil ich im zweiten Lauf einen guten Start hatte und das Rennen
bis zur letzten Runde angeführt habe. Aber dann hab ich in der
letzten Runde einen ziemlich blöden Fehler gemacht und bin dadurch
doch nur zweiter geworden. Den Lauf hätte ich eigentlich gewinnen
müssen! Das hat mich dann den Tagessieg gekostet und das ist schon
immer noch mal ein besonderer Motivationsschub, ganz oben auf dem Treppchen
zu stehen. Außerdem wollte ich auch den Belgier mal schlagen.
Der fährt uns immer so ein bisschen vor der Nase rum und das passt
mir nicht so ganz, auch wenn er nicht in die Punkte mit reinzählt.

Na ja, ich hab mir eben gesagt den Start musst du jetzt gewinnen, weil
es dann für mich auch einfacher ist. Ich bin außer in Chemnitz
bei den Zeittrainings immer die schnellste Runde gefahren! Aber im Rennen
von hinten nach vorne zu fahren ist mühsam und es wird auch schwer
die vorderen Leute, die nur einen Tick langsamer sind als du selbst,
zu überholen. Von daher hab ich mich da schon ziemlich unter Druck
gesetzt und mir gesagt, den Start musst du gewinnen. Mit einer Zweitakter
sind die Starts auch nicht gerade einfach gegen die ganzen Viertakter.
Da muss natürlich schon alles stimmen und wenn man sich dann da
zu sehr unter Druck setzt, kann es eben auch nach hinten los gehen.
Im zweiten Lauf hat der Start ja dann auch ganz gut geklappt. Wobei
das wahrscheinlich auch die Wut war, die ihr übriges dazu beigetragen
hat. Ich bin schon noch am Trainieren mit den Starts und der neuen Maschine.
Mit der Honda ist es etwas anders zu starten als mit der KTM.

Ich bin jetzt fünf Jahre KTM gefahren. Die Outdoor-Saison bin
ich dann auf Yamaha gefahren auf einer 250er Viertakt. Ja und das Supercross
fahr ich für Honda Waldmann und wieder auf einer Zweitakter.
Die
125er Zweitakter Honda hatte immer den Ruf, dass sie den schwächsten
Motor unter den 125ern hat und das macht das ganze auch nicht gerade
einfacher... aber das Motorrad läuft eigentlich relativ gut, es
fehlt noch ein bisschen der Feinschliff. Wir sind am Arbeiten. Ich habe
ja schon das 2004er Modell und wir arbeiten daran, dass der Motor noch
besser vorjustiert wird und in München kommen wahrscheinlich schon
die neuen Teile. Dann klappt das auch besser mit den Starts. Ich sag
es mal so: Mit dem Motorrad, das ich jetzt fahre, muss alles 100% stimmen
am Start. Bei der KTM hat es gereicht, wenn du nur 85% hattest und trotzdem
konntest du es noch rausreissen und den Start gewinnen. Und das funktioniert
eben bei meinem momentanen Motorrad nicht. Also sie läuft zwar
nicht schlecht, ich bin relativ zufrieden damit, aber es ist einfach
schwieriger für mich. Aber ich bin am Trainieren und gebe mein
Bestes.
Ich war jetzt wieder in Tschechien in der Supercross-Halle zum Trainieren
zusammen mit dem Marco (Dorsch). Und ich bleib dran: Trainieren, trainieren,
die Starts und auch das Schalten. Dadurch, dass sie weniger Leistung
hat als die KTM, muss ich auch die Gänge ganz anders fahren. Und
das ist noch etwas schwierig im Moment. Aber wie gesagt, ich bin am
Trainieren und hoffe, dass es demnächst funktioniert. Zumindest
bis Dortmund muss es sitzen. Ich möchte dieses Jahr schon auf jeden
Fall die 125-er Klasse gewinnen und für mich selber muss ich sie
auch gewinnen! Nicht nur für mich, auch für meine Sponsoren.
Und das wird schon nicht ganz einfach. Ich muss echt aufpassen, dass
es nicht läuft wie im letzten Jahr. Da lief es anfangs auch ganz
gut und dann hab ich mich auch wieder viel zu sehr selbst unter Druck
gesetzt und bin dann mehr gestürzt. Und das hab ich dieses Jahr
nicht noch mal vor!
 
Für den SX-Cup ist es nie schwierig Sponsoren zu finden, weil
der Aufwand für die Teams viel geringer ist als das ganze Jahr
draußen. Von daher hätte ich wahrscheinlich für den
SX-Cup für einige Teams an den Start gehen können. Aber ich
habe das gar nicht forciert, weil ich von Anfang an gesagt habe, dass
ich ein Team suche, die mich auch nächste Saison draußen
unterstützen. Mir bringt es nichts, wenn ich jetzt SX-Cup fahre
und nach dem SX-Cup stehe ich dann da und hab kein Team für die
Outdoor-Saison.

Ich werde also die nächste Outdoor-Saison auch fürs Team
Waldmann auf der Honda fahren. Ich komm mit denen allen ganz gut klar.
Die sind alle ziemlich nett und es herrscht gute Stimmung im Team. Da
ist es dann auch etwas einfacher gute Leistungen zu bringen, wenn alles
harmoniert.

Ja meine Schulter... Ich hab mich gleich beim zweiten Lauf in Tensfeld
zerlegt und mir die rechte Schulter wieder kaputt gemacht. Mit der hatte
ich eh schon länger Probleme. Da bin ich schon 2000 das erste mal
draufgefallen. Und in letzter Zeit oft angeschlagen, weil ich bei Stürzen
immer wieder auf die Schulter draufgefallen bin. Ich hab dann zwei Wochen
Reha gemacht in Eberbach und hab die nächsten zwei Rennen erst
mal pausiert, sodass die Schulter wieder voll einsetzbar und alles im
grünen Bereich war. Aber die Schulter ist natürlich anfälliger.
Sobald man da wieder drauffällt, kann es da erneut zu Problemen
kommen. Deshalb macht man ja im Winter dann auch den Muskelaufbau, damit
das ganze etwas geschützt wird. Ja und beim letzten DMX-Lauf hab
ich mich dann noch mal zerlegt und mir dabei an der rechten Schulter
die Pfanne vom Schulterblatt gebrochen. Da bin ich dann für die
nächsten Rennen auch wieder ausgefallen. Dadurch hab ich vielleicht
gerade die Hälfte der Rennen gefahren, die ich in der Saison eigentlich
fahren wollte. Und das ist natürlich auch nicht gerade förderlich
für die Sponsorensuche. Da wird natürlich schon auch nach
Ergebnissen geschaut.
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